grosse Ruinaulta-Tour

Es ist schon längere Zeit her, dass Hans mich vorgewarnt hat. Nun ist der Zeitpunkt gekommen. Er möchte die Rheinschluchttour als grosse, lange Variante fahren. Dies bedeutet ohne Shuttle, gestartet von Chur aus. Der Haken an der ganzen Sache ist, dass er ein E-Bike zum testen dabei hat. Ich im Gegensatz muss die ganze Energie mit Muskelkraft auf die Pedalen bringen. Da bin ich mal gespannt 🙂

Je steiler und verblockter die Uphills sind, umso eher kann ich Hans folgen. Da zahlt sich die Technik aus. Ansonsten geniesst er es, mir um die Ohren zu fahren. Ich muss mich auf die Downhills konzentrieren. Dieses Terrain gehört zum Glück immer noch mir.

Hans baut jeden Trail und jede erdenkliche Zusatzschlaufe ein. Er schöpft aus dem Vollen, richtig cool.
Beim Caumasee gibt es eine Pause. Wir geniessen den herrlichen Sonnenschein. Das erste Mal besuche ich die eindrückliche Aussichtsplattform Il Spir. Die Sicht über die Rheinschlucht ist super.

Teilweise kenne ich die Trails, sie erfreuen mein Bikerherz.
Schliesslich ist für uns der äusserste Punkt erreicht. Zurück geht es durch die Ruinaulta. Hans witzelt immer mit seinem Akkustand. Oh, nur noch ein Strich. Mich erstaunt, wie locker er das nimmt. Oh, nur noch ein roter Strich. Wir erreichen den Bahnhof Versam. Fertig, aus! Der Akku vom Testbike bei Hans ist leer. Na gut, dann nehmen wir das Postauto hoch nach Versam Dorf, denke ich. Die Rückfahrt nach Chur wird jetzt wohl eine Ewigheit dauern. Und die restlichen Trails können wir uns auch abschminken. Hans witzelt weiter und jammert. Plötzlich greift er in seinen Rucksack und zaubert einen vollen Ersatzakku heraus. Ich könnte im Boden versinken. So peinlich, Hans hat mich gewaltig an der Nase rum geführt. Ich Depp habe alles geglaubt 😉

Uff, die weitere Strecke wird hart. So langsam spüre ich, dass mein Kräftehaushalt stark abnimmt. Hans tritt fröhlich und voller Energie in die Pedalen. Trail um Trail, Zusatzschlaufe um Zusatzschlaufe stehen auf dem Programm.
Hans meint, wir fahren so lange bis sein zweiter Akku leer ist. Zumindest meine Akkus sind leer. Jetzt wird es richtig hart für mich. Endlich sehe ich die Alpenstadt Chur vor mir. In der Fläche rollen wir dahin. Hans gibt Gas. Na gut, bei 25 km/h ist bei ihm die Unterstützung fertig. Ich drücke heftig auf die Tube. Hans komm, gib mal etwas mehr Gas 🙂 Hihi, mit dem hat er nicht gerechnet. Die Freude hält jedoch nur ganz kurz an. Richtig platt bin ich endlich am Ziel.

Ich habe es gerne, wenn ich nach einem Biketag die Müdigkeit spüre und die Beine reflektieren was sie geleistet haben.
Das war ein genialer Tag mit Hammer Trails. Ein richtig toller Biketag mit Viva la Grischa. Morgen folgt nochmals eine gemeinsame Tour im Bündnerland.

Distanz: 70.1 km
Fahrzeit: 5:32 h
Höhenmeter: 2’140 hm
Bike: Liteville 301 Mk11

 

3 Gedanken zu “grosse Ruinaulta-Tour

  1. Ja Rotscher, genau so war es. Chapeau von Deiner Leistung, Du bist wirklich auf sehr hohem Level. Aber es freut mich natürlich, dass ich Dich auch einmal an den Anschlag gebracht habe. Das war für mich eine der schönsten und sicher die längste Tour des Jahres. Ich wusste es doch, für solche Abenteuer bist Du immer zu haben. Aber kannst mir glauben, ich war am Schluss auch so was von ausgelaugt, trotz der Unterstützung. So viele Trails an einem Tag zu rocken, wäre für mich sonst schlicht und einfach unmöglich. Müssen wir unbedingt wiederholen.

  2. hehe, Rotschers akku >= 2 hightech li-ion akkus *g*
    auf der Il Spir war ich letztes jahr auch, sehr eindrücklich und nur was für schwindelfreie 8)
    der sinn solcher ladestationen erschliesst sich mir aber irgendwie nicht so ganz, das aufladen dauert ja deutlich länger als nur ein paar minuten (?).

    • Die Idee hinter der Ladestation ist wohl, Kaffee trinken und Akku laden 🙂 Je länger die Pause, umso mehr wird geladen, das ist bei unseren beiden Hightech-Akkus ja auch so *hihihi*

Danke für deinen Kommentar !