alle wollen auf den Selun

Nach der gestrigen langen Schneeschuhtour wollten es Felix und ich nochmals wissen. Der siebte Churfirst, der Selun, wartet auf unsere Bezwingung. Begleitet werden wir von Dani.

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Das Wetter verspricht viel Gutes. Nebel in den Niederungen und Sonne in der Höhe. Diesem Lockruf sind unzählige Tourenskifahrer und Schneeschuhläufer ebenfalls gefolgt. Es kam uns vor, als wollte die halbe Ostschweiz auf den Selun.

Wir starten von Starkenbach. Gleich nach den ersten Metern stellt sich uns eine weisse Wand entgegen. In sekundenschnelle bekommen wir warm und der Puls schnellt an. Später folgen wir dem Weg im Zickzack hoch bis zur Antenne. Oben blinzelt uns bereits die Sonne entgegen. Nur komplet blauer Himmel haben wir nicht. Immer wieder ziehen Nebelwolken vorbei. Das Wechselbad aus Sonne und Nebel ist wunderschön.
Bevor der Schlussanstieg auf den Gipfel vor uns steht, geniessen wir das angenehme Zwischenstück. Aber es kommt wie es kommen muss. Der lange und steile Bergrücken zeigt seine Zähne. Die Tourenskifahrer schlängeln sich im Zickzack empor. Dani lässt Felix und mich ziehen. Wir entscheiden uns wie gewohnt für die direkte, senkrechte Linie. Schritt um Schritt ziehen wir unsere Spur. Meine Beine fühlen sich trotz der gestrigen Tour ordentlich gut an. So ein Aufstieg ist pures Krafttraining für die Oberschenkel. Hoffentlich ist das dann auf dem Bike positiv spührbar.
Ein Ende scheint nicht in Sicht. So konzentrieren wir uns auf das Vorwärtskommen. Je weiter wir nach oben kommen, umso mehr Nebelwolken ziehen um unsere Köpfe. So langsam habe ich das Gefühl, dass der Gipfel nicht mehr weit sein kann. Plötzlich zeigt sich vor mir nur noch gähnende Leere. Geschafft! Leider verhüllen die Wolken den Blick in die Tiefe auf den Walensee. Das wäre noch das Tüpflein auf dem i gewesen. Trotzdem geniessen wir das Gipfelglück.

Jetzt kommt der schönere Teil des Tages. In der Falllinie rutschen wir den Hang hinunter. Etwas weiter unten verabschieden wir uns von den vielen Leuten. Wir biegen links ab. Zwischen ein paar Tannen verschwinden wir in die unberührte Schneelandschaft. Immer in der Hoffnung einen noch steileren Hang zu finden. Felix testet noch die Standfestigkeit einer überhängen Schneewächte. Der Pulverschnee ist sagenhaft schön und weich. Wir kommen kaum aus dem schwärmen heraus.
Nach der Antenne geht es mit der direkten Linie weiter. Wäre ja gelacht wenn wir wieder im Zickzack den Weg runtermarschieren müssten. An diesem sehr steilen Hang rutschen wir zwischen den Tannen in die Tiefe. Felix nennt das Schneeschuhfreeriden 🙂
So einen höllen Spass hatte ich schon lange nicht mehr. Dieser Abstieg war erste Sahne. Phantastisch! Genial, was für ein Tag.

SS-Selun-17.2.13-002SS-Selun-17.2.13-003 SS-Selun-17.2.13-004Gipfelglück, Selun 2’205 m.ü.M

SS-Selun-17.2.13-005 SS-Selun-17.2.13-006 SS-Selun-17.2.13-007 SS-Selun-17.2.13-008 SS-Selun-17.2.13-009 SS-Selun-17.2.13-010

Laufzeit: ca. 4:00 h
Distanz: ca. 10 km
Höhenmeter: ca. 1’400 hm

 

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