Rekotour nach Tièche

Das verlängerte Wochenende nach Auffahrt nutze ich, um ein paar Tage ins Wallis zu fahren.
Heute steht eine Rekotour auf dem Programm. Zwar kenne ich den Grossteil der Strecke, aber ein paar Abschnitte möchte ich noch abfahren. Grund dazu ist, dass ich Ende August für die Gipfel(i)-Stürmer drei Biketage in dieser Region organisiere.

Kreuz kurz vor Tièche

 

Ich starte oberhalb von Susten, neben dem Illgraben. Bis zum ersten Höhepunkt sind es nur ein paar Meter. Die Bhutanbrücke überspannt den Illgraben, diesen mächtigen Landschaftseinschnitt, auf elegante Art.

Bhutanbrücke

Der Pfynwald liegt unter meinen Stollen. Auf unbekannten, abgelegenen Trails flitze ich Sierre entgegen. Ein genialer Einstieg in die Tour.

Räubertrail Räubertrail

Mitten in der Kleinstadt Sierre besteige ich die Drahtseilbahn hinauf nach Montana. Diese Höhenmeter schenke ich mir. Die Asphaltstrasse hochzukurbeln würde auch keinen Spass machen. Und Höhenmeter wird es heute noch genug geben.
Ich pedale durch den berühmten Wintersportort, folge der Bikeroute hinauf ins Skigebiet und verlasse daraufhin die Zivilisation und die Spuren vom Wintertourismus definitiv.

Raupen gegen Stollenpneu Spuren vom Wintertourismus Bisse de Tsittoret

Das Stück entlang der Bisse de Tsittoret gibt etwas Erholung. Dann führt eine Naturstrasse wieder ordentlich aufwärts. Die Schneefelder kommen immer näher. Beim Kreuz (Titelbild) gibt es eine kleine Pause. Der höchste Punkt von 2’000 m.ü.M ist fast erreicht. Tièche liegt ganz hinten im Talkessel. Ein wunderbarer Ort mit fantastischer Bergkulisse. Die folgenden Meter dorthin sind Freud und Leid gleichzeitig. Leid, weil die Sonne an diesem Osthang den Schnee noch nicht zum Schmelzen gebracht hat. Ich stapfe durch das nasse Weiss. Ein Teil der Felder kann ich umfahren. Das versuchen ein paar Wanderer ebenfalls. Pech gehabt. Wo ich mit dem Bike locker durch eine Sumpffläche fahren kann, haben die Wanderer keine Chance trockenen Fusses das andere Ende zu erreichen. Das Leid ist schnell vergessen. Wenn der Schnee schmilzt, so spriessen dafür die weissen Krokusse zu Hunderten. Ein herrlicher Anblick. Schon wieder Pause. Ein Fotohalt kann ich nicht ausschlagen.

Schnee adé, Krokusse juhe An der Schneegrenze bei Tièche Tièche Krokusse

Sind sie nicht wunderschön, diese kleinen weissen Dinger? Mir gefallen sie jedenfalls tausend mal besser als der weisse Schnee. Wieder einmal zeigt es auf, dass sich im Frühsommer eine Biketour in den Bergen, bis an die Schneegrenze, immer lohnt.
Tièche ist erreicht.

Tièche

Über die Holzbretter gelangt man auf die andere Seite vom Bergbach. Gleich unterhalb befindet sich ein kleiner Wasserfall. Wer diesen sehen will, muss nur ein paar Schritte die Treppe runter laufen.
Ich möchte den Aufstieg zur Varneralp testen. Schon bald schiebe ich das Bike den verblockten Pfad hoch. Ein Ende ich nicht zu sehen. Nein, das lohnt sich nicht. Diese Höhenmeter kann man sich sparen, wenn man nicht aus einem bestimmten Grund ganz oben durch möchte. Mein Ziel ist Varen. So folge ich der offiziellen Bikeroute. Auch diese fordert einiges ab und ist attraktiv.

Abfahrt von Tièche

Als ich auf die Alpstrasse stosse, biege ich in den Trail ein. Das ist eine meiner Lieblingsstrecken im Wallis. Immer schön dem Hang entlang, teils wie ein gezeichneter Pinselstrich, führt der Weg abwärts. Ein wahrer Traum der alles bietet. Steinig, nadelig, voller Lärchenzapfen, Wurzeln … technisch, flowig … und immer wieder der Blick ins Tal.

Flow pur Blick über Sierre Abfahrt nach Varen

Der unterste Abschnitt ist dann wegen Holzarbeiten gesperrt. Soll ich das einhalten? Oder es einfach versuchen? Ok, ausnahmsweise bin ich vorbildlich. So düse ich einige Höhenmeter auf der Strasse Richtung Tal. Dafür nehme ich noch ein Stück der Varner Suone mit. Irgendwo steche ich links ab ins Tal. Der Weg sieht steil und gut aus. Das macht Laune. Er ist wirklich auch toll und führt mich nach Salgesch.

Varner Suone Abfahrt nach Salgesch

Nach Varen hinauf, folge ich dem Veloweg durch die Rebberge. In Varen lohnt sich bis zur Kirche unten am Dorf zu fahren. Sie liegt an einem Felsvorsprung und lässt den Blick über den Pfynwald schweifen.

Aussicht von Varen nach Leuk

Jetzt noch der direkte Weg nach Leuk über den imposanten Viadukt, der Rotten entlang, über den Fluss, nach Agarn und einige Höhenmeter hinauf, wo ich mein Auto geparkt habe.

Schloss Leuk

Eine super Tour vom Talboden bis Tièche auf 2’000 m.ü.M. Das ganze gespickt mit viel Trails, Sehenswertes und Bahnunterstützung.
Ein herrlicher Tag in der wunderschönen Walliser Bergwelt. Für meine Liebe zu diesem Fleck Erde, habe ich in den Rebbergen von Salgesch dieses Schlussfoto geschossen. Wallis, ich komme gerne wieder.

<3

Distanz: 56.7 km
Fahrzeit: 4:27 h
Höhenmeter: 1’418 hm
Downhillmeter: 2’347 dm
Bike: Liteville 301 Mk11

 

6 Gedanken zu „Rekotour nach Tièche“

  1. Ciao Rotscher,
    Nachstehend eine Variante: Von pkt 1030 nach 807 abfahren, hast du ja schon gemacht, aber sofort wieder auf die „Mengis-Suone“ fahren, nachher auf der Teer-Strasse nach ca 200m rechts abbiegen und dann durch den Weinberg und dann dem „Pfyfoltureweg“ folgen bis Varen.

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    • Danke Beat! Ja, die Suone habe ich nachher auf der Karte gesehen. Das ist natürlich eine gute Variante. Man verliert nicht so viele Höhenmeter die man sich mühsam wieder erkämpfen muss. Es Grüessli nach Brig

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  2. Da macht das Bikerherz doch Sprünge! Und als Gipfeli-Stürmer steigt die Vorfreude auf ein Bike-Weekend im Wallis. Danke für die Reko und ’s gluschtig-mache.

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