Rolf schwärmt schon lange Zeit von der Gegend beim Comersee und vor allem von diesem grossen Gipfel. Dieser überragt mit seinen 2’609 Metern alle anderen Berggipfel rund um den See. Das ideale Ziel für mich, was jedoch einfacher erscheint als es ist. Wir (Rolf, Kurt und ich) planen dafür 2 Tage mit Übernachtung ein.
Tag 1
Nach der Nacht auf dem Camping in Piona warten heute viele Höhenmeter auf uns. Es ist der Tag fast ohne Downhill. Kein Problem, schliesslich ist der Weg das Ziel … und natürlich das Rifugio Griera.
Ich geniesse die Plauderzeit, während die Beine fleissig ihre Arbeit verrichten. Die Wälder sind wie im nahen Ticino, ebenfalls die Steinhäuser. Mit dem Bike unterwegs zu sein, ist definitiv die schönste Art eine neue Gegend zu erkunden. Es bleibt genügend Zeit um Bunker und Schützengräben zu besichtigen. Gewaltig. Der gesamte Berg ist eine riesige Festung.
Ein Teller Pasta im kleinen, unscheinbaren Restaurant im abgelegenen Dorf wird bald in Energie umgesetzt. Jetzt gibt es definitiv nur noch eine Richtung … aufwärts. Kehre um Kehre wird abgefahren. Jede ist beschriftet. Bei Kehre 18 schnell ein Foto. Der Aufstieg möchte nicht enden, der Wald hinter uns, die Hütte in Sichtweite.
Geschafft … zumindest für heute.
Das Bier ist mehr als verdient. Da dürfen es auch zwei sein 😀 . Wir bekommen ein separates Zimmer und müssen uns nicht mit dem Massenschlag begnügen. Trotzdem, ich schlafe im Büssli schon viel lieber als in einer Hütte.











Distanz: 23.3 km
Höhenmeter: 2’039 hm
Downhillmeter: 500 hm
Bahnunterstützung: Keine
Bike: Last Coal MX V4
Tag 2
Die Hütte ist sehr einfach, das Bett alles andere als komfortabel und das Morgenessen mit dem trockenen Brot spärlich und nicht unbedingt für uns hungrige Biker ausgelegt. Dafür liegt das Refugio weit oben am Fusse von unserem Berggipfel.
Der Tag beginnt wie er gestern geendet hat … mit vielen Kehren. Der Pfad ist gut fahrbar, wird aber mit zunehmender Höhe immer ruppiger und anstrengender. Wir sind schon bei Kehre 32, nochmals ein Beweisfoto 😉 . Immerhin sind es nochmals 900 Höhenmeter von der Hütte zum Gipfel. Auf der Passhöhe müssen wir das Bike deponieren und die letzten paar Meter zu Fuss erklimmen.
Wow, genial hier oben. Tief unter uns der blaue Comersee. FANTASTICO.
Die Ziegen stürzen sich regelrecht auf uns. Der salzige Schweiss ist wohl ihre Hauptnahrung 😀
Endlich abwärts, wieder im Kehrenmodus werden die Höhenmeter vernichtet. Der alte Militärpfad ist genial für uns Biker. Der oberste Teil führt schmal und anspruchsvoll durch die steile Bergflanke. Ein Teilstück wurde sogar erneuert und mit dem flacheren Geländer wird der Pfad auch breiter und einfacher. Der Spass bleibt jedoch immer erhalten.
Im Rifugio di Scoggione geniessen wir die Zwischenverpflegung, die Sonne und den Liegestuhl. Wie kann das Leben doch schön sein.
Nach dem Stopp erwischen wir einen verblockten, weniger schönen Pfad. Dann die letzten Downhillmeter mit vollem Trailgenuss. Nach ein paar wenigen Metern Asphalt glitzert vor uns der See. Das Bike ist im Büssli verstaut, das kühle Bier im Rucksack und die Veloklamotten gegen die Badehose getauscht.
Die Abkühlung im See ist nach den beiden genialen Tagen das Tüpfchen auf dem i. Danke Rolf für die unvergesslichen Momente am Legnone. Und danke auch dir Kurt für die tolle Kameradschaft. Ich werde diese beiden Tag nicht mehr vergessen. Und ja, die anderen Ziele am Comersee stehen immer noch auf meiner ToDo-Liste. Ich komme wieder.



















Distanz: 26.1 km
Höhenmeter: 1’057 hm
Downhillmeter: 2’558 dm
Bahnunterstützung: Keine
Bike: Last Coal MX V4