Gletschermühlen Alp Mora

Eine weitere Biketour meiner ToDo Liste geht in Erfüllung. Sie ist nicht einfach abgefahren und erledigt, denn ich werde bestimmt wieder kommen. Das Naturerlebnis mit den Gletschermühlen und die Landschaft um Bargis sind absolut einmalig, echt fantastisch.

Wie könnte es anders sein, ich gebe mich nicht mit einer normalen Tour zufrieden. Die Runde muss erweitert und frisiert werden. So starte ich unten in Felsberg. Der erste Trail entlang dem Rhein, und der Zweite hinauf nach Trin, wird unter die Stollen genommen. Die ersten Höhenmeter sind in den Beinen, obwohl erst jetzt der richtige Aufstieg beginnt. Diese zusätzlichen Kilometer werden sich am Schluss auszahlen.
Der Aufstieg ist grösstenteils angenehm. Erst weit oben kann man weiterhin der Bikeroute folgen, oder den direkten und steilen Alpweg einschlagen. Die Abkürzung zehrt ziemlich an den Kräften. Schon bald erreiche ich die Abzweigung, wo die Strecke Richtung Bargis führt. Wer hier abbiegt, verpasst viel. Mit zusätzlichen Höhenmetern durch die Lawinenverbauung, verdient man sich das Naturwunder der Gletschermühlen.

Auf diese Gletschermühlen war ich gespannt. Und mir entweicht ein staunendes „Wow“. Ich bin von den vielen Badewannen mit dem eiskalten und klaren Wasser fasziniert. Ein genialer Ort.
Das Fussbad kühlt meine Betriebstemperatur in sekundenschnelle runter. Ausgiebig knipse ich Fotos und gönne mir eine entspannte Pause.

Eigentlich ist der Tag bereits gelaufen, alles ist erreicht. Jetzt spule ich noch den Rest der Tour durch, mehr nicht.
Ganz schön falsche Vorstellungen von mir. Zum ersten habe ich die Strecke bis Bargis voll unterschätzt, und zum zweiten hatte ich keine Ahnung von der überwältigenden Landschaft.
Ich gönne mir von den Gletschermühlen den Traildownhill hinab zur Aufstiegsstrecke. Das hat zur Folge, dass ich nochmals ein paar Höhenmeter bis zur Abzweigung hinauf fahren muss. Dann geht es zur Alp Muletg. Jetzt folgen einige Minuten zu Fuss und mit dem Bike auf den Schultern. Auf dem Übergang haut es mich fast wieder aus den Bikeschuhen. Die Sicht runter nach Bargis und rüber zum Flimserstein ist der Hammer. Da kann mein Trail locker mithalten. Ich bin im siebten Himmel.

Die Abfahrtsfreude ist nicht von sehr langer Dauer. Die Tafel „Betreten auf eigene Gefahr“ zeigt klar, durch welches Gelände der Weg nun führt. Dabei ist nochmals ein Uphill zu meistern. Ich muss immer wieder anhalten, die Natur geniessen und ein paar Augenblicke auf Fotos festhalten.

Bis jetzt bin ich vollkommen überrascht und verwöhnt worden. Dadurch steigen die Ansprüche. Kein Wunder, bin ich von der Abfahrt von der nächsten Alp runter in die Ebene von Bargis etwas enttäuscht. Der Karrenweg bietet nicht viel Spektakel.

Im Restaurant kippe ich etwas Flüssiges in meine verdurstete Kehle. Soviel trinken wie ich in dieser Hitze hinaus schwitze, ist fast nicht möglich.
Als weiteren Weg entscheide ich mich für den Höhenweg. Dieser bietet nicht sehr viel Flow. In regelmässigen Abständen folgen knifflige Stellen im sehr steilen Abhang. Ich überwinde sie meist zu Fuss. Danach glänzt der Trail mit ordentlich Spass, abgesehen von den vielen Türchen.
Die ersten Häuser sind erreicht. Der nächste Trail. Wow, diese versteckte Perle mit einigen Kehren ziehen meine Mundwinkel gewaltig in die Höhe. Schwups und ich werde auf der Hauptstrasse ausgespuckt. Nun Richtung Crestasee. Den Tobeltrail habe ich fast für mich alleine, womit ich meine Freuden ausleben kann.
Am Crestasee stürze ich mich in eine andere Welt. Die halbe Menschheit will hier baden, grillen, flanieren, chillen … Ok, dieses Flecklein Wasser sehe ich mir ein anderes Mal besser an. Nächster Fixpunkt ist Il Spir. Die Aussichtsplattform bietet einen einmaligen Blick in die Ruinaulta.

Diese Zusatzschlaufe ist selbstverständlich nicht ohne Aufwand zu erreichen. Dies macht sich bei mir klar mit abnehmendem Akkustand (oder eher Kräftestand) bemerkbar. Die nächsten Höhenmeter. Jetzt zahlt sich der zu Beginn erwähnte Start im tiefergelegenen Felsberg aus. Ich düse mit Highspeed durch den Flowtrail. Genau diesen wollte ich heute nicht verpassen.
In Tamins gönne ich mir noch die letzten Höhenmeter, mit dem Ziel der letzten Trailmeter.

Wow. Diese drei Buchstaben beschreiben den heutigen Tag sehr gut. Eine Biketour mit sehr vielen Höhepunkten, unendlich schöner Natur und tollen Trails. Ich war mir nicht bewusst wie viele tolle Örtchen die Region um Flims zu bieten hat.
Gerne bis zum nächsten Mal.

Distanz: 58.8 km
Fahrzeit: 5:56 h
Höhenmeter: 2’306 hm
Bike: Liteville 301 Mk11

 

3 Gedanken zu “Gletschermühlen Alp Mora

  1. Super Bilder von den Gletschermühlen. Diese Tour ist gebucht mit Dir als Guide für diesen Monat noch. Rotscher, einverstanden? Aber es dürfen nicht soviel Hm sein! Musst die Tour (Hm) also nochmals gegen unten frisieren. Das dürfen wir uns doch nicht entgehen lassen….

  2. schöne eindrücke, die hohle gasse und der felsenweg hatten es mir auch angetan, aber das beste habe ich anscheinend verpasst. die gletschermühlen schauen genial aus 8) denen muss ich nächstes mal unbedingt einen besuch abstatten wenn ich wieder mal in der gegend bin.

Danke für deinen Kommentar !