zwischen Walensee und Sernftal

Der Walensee ist sicher bekannt. Das zum Glarnerland zählende Sernftal mit dem bekannten Wintersportort Elm sicher auch. Was liegt aber dazwischen?
Dies sind zum Beispiel die Flumserberge, der Spitzmeilen und der Murgsee. Genau in dieser Region haben Felix und ich eine Biketour in unserem diesjährigen, persönlichen Programm.

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Das Auto parken wir in Weesen. Dies gibt ein paar schöne Kilometer auf dem Radweg entlang des Walensees zum einrollen. In Unterterzen stoppen wir bei der Gondelbahnstation. Gute 900 Höhenmeter lassen wir uns in die Höhe gondeln und erreichen die Flumserberge mit seinem Skigebiet.
Ab hier beginnt unser erste Aufstieg. Das Alpsträsschen ist aber sehr angenehm zum fahren und der Blick auf die gegenüberliegende Seite des Walensees mit den Churfirsten ist super.

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Ab der Prodalp geht es ins Schilstal. Unterhalb des Maschgenkamms genehmigen wir uns im neuen Alpenrestaurant Panüöl etwas Flüssiges mit Nussgipfel. Anhand der farbig eloxierten Alulampenschirme im Restaurant, philosophieren wir über die nächste Farbe an unseren Litevilles.

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Nochmals stehen ein paar angenehme Meter bis Fursch vor uns. Jetzt wird es Ernst. Einiges steiler verläuft der Trail in die Höhe. Zwischendurch gibt es wieder eine flache Passage. Plötzlich verliere ich beim Weiterfahren nach einem Stop das Gleichgewicht und purzle die kleine Böschung runter. Mit dem linken Handballen bin ich an einem Stein aufgeprallt. Auf der ganzen Tour quälen mich daher Schmerzen, vor allem beim Bremsen. Da soll noch jemand sagen das Abwärtsfahren gefährlicher sei.

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Wer genug Kraft und Puste aufweist, kann ziemlich viel fahren. Dennoch gibt es einige Passagen wo das Bike geschoben oder geschultert werden muss.
Wir nähern uns immer mehr dem markanten Berg Spitzmeilen. Auch unser erster Passübergang ist schon sichtbar.

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Die letzen Höhemeter zum höchsten Punkt userer Tour gehört dann auch zur Sorte des Biketragens.

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Geschafft! Wir stehen auf dem Wissmilenpass auf 2’420 m.ü.M.

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Wir und unsere beiden 301 legen eine kleine Pause ein. Die Aussicht hier oben ist einfach toll. Hinter dem Pass liegt nun das Sernftal.

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Die auf uns wartende Abfahrt ist dann vom Feinsten. Spitzkehre um Spitzkehre in der Geröllhalde lassen unser Bikerherz höher schlagen. Leider schmerzt mein Handballen ordentlich. So muss ich das Tempo etwas drosseln und kann meine BrakeForceOne Stopper nicht wie gewünscht voll fordern.
Weiter unten steuern wir die Alpen Oberstafel und Lüser an. Um nicht noch mehr an Höhe zu verlieren, biegen wir in den Wanderweg ab. Dieser Höhenweg durch Nadelbäume und Alpenwiesen ist herrlich, fordert aber mit seinem Auf und Ab etwas Kraft.

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Beim Widersteinerhüttli folgt der zweite Passaufstieg. Immer wieder können wir ein paar Meter fahren, gefolgt von Laufpassagen. Der oberste Teil ist dann einfach wieder zu steil, so dass das Bike auf die Schultern kommt.

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Auf 2’019 m.ü.M stehen wir auf dem Widersteiner Furggel und geniessen kurz den Ausblick in die Berge und den weiter unten liegenden Murgsee.

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Die Abfahrt zum Murgsee ist nicht so lang, dafür äusserst anspruchsvoll. Auf der Swiss Singletrail Map ist sie mit schwarz eingezeichnet. Einige Passagen zwingen mich zum absteigen. Das meiste bewältige ich aber auf dem Sattel resp. hinter dem Sattel. Der Trail ist sehr verblockt. Viele mittlere bis grosse Steinbrocken versperren den Weg. Wir zirkeln zwischen den Steinen durch und hoffen, am Bike nicht allzu viel Lackschaden zu verursachen.

Unten empfängt uns eine wunderbare Welt. Der obere Murgsee liegt sehr schön eingebettet zwischen den Bergen.

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Auf der gut gefüllten Terrasse des Restaurants bestellen wir eine Gerstensuppe. Der grösste Teil unserer Tour ist absolviert.

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Die Abfahrt vom oberen Murgsee ins Tal ist nicht anspruchsvoll. Der obere Teil ist aber landschaftlich sehr eindrücklich. Nach dem mittleren Murgsee folgt ein extrem steiles Pflastersteinsträsschen hinaub zum unteren Murgsee.

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Weiter unten bleibt uns keine Alternative. Wir müssen die Asphaltstrasse benutzen. Bei Untere Plätz nehmen wir den linken Weg und gelangen so auf die Heidiland Bikeroute. Zwei steile Rampen locken uns nochmals aus den Reserven und lassen die Oberschenkel brennen.
Nach Geissegg verlassen wir den Heiditrail und schwenken Richtung Tal ab. Dieser Weg führt uns durch eine tolle Felsenlandschaft.

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Der Berghang am Walenseeufer ist sehr steil. So präsentiert sich dann auch die Abfahrt. Ein steiler und anspurchsvoller Trail mit vielen Kehren lässt unsere Herzen wieder springen.

Unten gelangen wir auf den Radweg am See. Zurück nach Weesen kann man die Seele und die Beine etwas baumeln lassen. Halt! Felix erblickt ein Wanderweg. Das ist unsere Richtung. Der Berg fällt fast senkrecht zum See runter. Die Autostrasse und der Radweg verläuft im Tunnel. Und hier soll ein Weg sein?
Keine Frage. Das verspricht Spektakel. Im schlimmsten Fall müssen wir schieben.
Wir sind platt. Hier oben verläuft ein ziemlich breiter Weg direkt unter der senkrechten, ja eher überhängenden Felswand. Einige Meter unter uns glitzert das Wasser des Walensees.

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Eine konditionell und fahrtechnisch anspruchsvolle Tour liegt hinter uns. Das war ein herrlicher Biketag. Nur schade dass mein Handballen jetzt geschwollen und blau-rot gefärbt ist. Aber das kommt schon wieder.

Danke Felix für den super Tag. So macht biken richtig Spass und am Abend sinkt man glücklich, zufrieden und müde ins Bett.

Hinweis:
Die Tour ist nur für konditionell und fahrtechnisch starke Biker geeignet. Ansonsten kann diese Tour schnell zur Tortour werden.

Fahrzeit: 5:23 h
Distanz: 65.7 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12.2 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 61.4 km/h
Höhenmeter: 1’840 hm
Downhillmeter: 2’775 dm
Bike: Liteville 301

 

2 Gedanken zu “zwischen Walensee und Sernftal

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