Monte Lema

Eigentlich wollten wir fünf Biker vom Club für vier Tage ins Vinschgau. Das Wetter möchte dort jedoch nicht so mitspielen. Eine Alternative wäre das Wallis. Zwar sind die Vorhersagen dort besser, aber die Temperaturen oben in den Bergen extrem tief. Da wäre noch das Tessin. Im schweizerischen Süden herrschen eindeutig die wärmsten Temperaturen und das Wetter sollte auch stabil sein. Lieber schwitzen als frieren, sagen wir uns. Somit ist die Planänderung schnell beschlossen. Vier Tage Ticino und Technotrails.

Die ersten beiden Tage stehen klar im Zeichen vom Monte Lema.

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1. Tag – 14.8.14

Das Auto parken wir in Tesserete. Die Rucksäck sind für die nächsten zwei Tage gepackt. Übernachten werden wir auf dem Monte Lema.
Soll ich nun das tolle rote Bike nehmen? Oder doch lieber ein weisses PubliBike mit Körbchen? Keine Frage, denn spätestens auf dem San Zenone hätte ich es bereut. Diesen Hügel möchten wir nicht auslassen. Das erste Mal überblicken wir den Sotto Ceneri. Und die Treppenabfahrt zeigt uns gleich was die nächsten Tage auf uns wartet, nähmlich knackige, steinige und technische Trails.

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Nach Torricella-Taverne treibt es uns definitiv den Schweiss aus den Poren. Ein schöner Weg windet sich den Berg hoch. Später wird es ein Trail, der sehr gut fahrbar ist, obwohl es aufwärts geht. Vorbei an der Alpe di Torricella, La Bassa, dann entlang dem Monte Ferraro und runter nach Arosio. Mitagszeit! Die Pasta haben wir uns verdient.

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Nach Mugena geht es schon wieder aufwärts. Der heutige Tag wird vor allem mit den steigenden Höhenmetern brillieren. Egal, wir gewinnen schnell an Höhe. Weiter oben zwingt es uns, das Bike einige Meter zu schieben oder schultern. Die Krete ist jedoch schon sichtbar.

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Beim Passo d’Agario treffen wir auf den Kretenweg, der vom Monte Tamaro her kommt. So richtig flowig ist dieser Trail Richtung Monte Lema aber nicht. Ein paar Meter zum fahren, dann muss das Bike wieder auf die Schulter.
Aua, schon wieder. Schon am Morgen hat mich eine Wespe oder Biene in den Hals gestochen. Und jetzt nochmals so ein Ding in den Oberarm. Bin ich so anziehend 🙂 Die haben mich zum stechen gern 😉
Wir erreichen den Poncione di Breno. Von hier ist das Ziel wunderbar zu sehen. Uns trennt nur noch eine Senke. Dies bedeuted, dass es noch einen Downhill, aber auch einen Uphill gibt. Die Abfahrt zum Forcola d’Arasio lässt alles vergessen. Ein nicht endend wollender Rockgarden. Mega, das war so ein Technotrail erster Güte. Der anschliessende Uphill zu Fuss konnte unsere Freude nicht mehr trüben. Und geschafft!

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Nach der verdienten Dusche und dem Nachtessen, erklimmen wir noch den Gipfel des Monte Lema auf 1’621 m.ü.M. Die Rundumsicht hier oben ist fantastisch. Wir blicken über den Lago di Lugano, Lugano, Mailand, alle Tessiner Berge und die Alpen. Da darf auch das Grenzsteinfoto nicht fehlen. Ich bin halb Schweizer und halb Italiener.

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Auch in der Dunkelheit ist der Blick in die Tiefe wunderschön. Erst jetzt kommt die Grossstadt Mailand so richtig zur Geltung. Gewaltig dieser helle Streifen in der Ferne.

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2. Tag – 15.8.14

Eine Übernachtung auf dem Berg ist einfach wunderschön. Nicht nur die Lichter am Abend faszinieren, auch der Morgen präsentiert sich herrlich. Die Ruhe, die Einsamkeit, die Frische … und natürlich dass man den Tag mit einer Abfahrt in Angriff nehmen kann. Vor allem der untere Teil nach Astano, durch die Tessiner Wälder, war super.

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Mit möglichst viel Trailanteil geht es weiter durch einsame Tobel und Wälder. Des öftern mussten gefallende Stämme unter- oder überquert werden. Ein nächster Aufstieg bringt uns zum Monte Mondini. Die Abfahrt nach Ponte Tresa darf selbestverständlich nicht fehlen.

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In Pura gibt es den verdienten Mittagshalt.
Schlussendlich müssen wir zurück nach Tesserete. Da gibt es noch einige Hügel die in den Rückweg eingebaut werden können. So erklimmen wir Santa Maria. Es scheint, dass auf jedem Hügel und jeder Waldlichtung ein Kapelle steht. Der Höhenweg nach Cademario lässt die Herzen dann wieder einiges höher schlagen.

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Nach der Talquerung nehmen wir den fast letzten Anstieg nach San Clemente unter die Räder. Wieder eine Kapelle im Niemandsland.

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In Tesserete finden wir leider keine Übernachtungsgelegenheit. Dafür vermittelt uns ein netter Hotelier einen Platz im Nachbardorf Bigorio. Die Aussicht vom Zimmer ist super. Auch das Tessiner Risotto und der freundliche Kontakt mit dem älteren Inhaberehepaar ist toll. So geniessen wir den zweiten Abend auf der Terrasse unter dem Abendhimmel.

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1. Tag
Fahrzeit: 4:26 h
Distanz: 32.3 km
Höhenmeter: 2’234 hm
Downwillmeter: 1’204 dm
Bike: Liteville 301 Mk11

2.Tag
Fahrzeit: 4:19 h
Distanz: 42.4 km
Höhenmeter: 1’570 hm
Downwillmeter: 2’531 dm
Bike: Liteville 301 Mk11

 

5 Gedanken zu “Monte Lema”

  1. das nachtfoto vom Monte-Lema ist der HAMMER 8)
    dieses jahr ist wohl das tessin leider der einzige ort, wo in der schweiz richtig sommerfeeling aufkommt 🙁
    bei den schöne bildern erinnere ich mach grad wehmütig an meine beiden tessinaufenthalte dieses jahr …

    • Danke Sven!
      Aber auch das Tessin hat diesen Sommer sehr viel Niederschlag hinnehmen müssen. Auch in unseren 4 Tagen war dies sehr gut sichtbar. Überall Wasser, in den Bächen und teils auf dem Trail. Zum Glück fliesst es dort gut ab und es war toll zum biken 🙂

  2. Super Bericht rotscher und eine aussergewöhnliche Routenführung. Einige Trails die hier vorkommen, kenne ich auch gut. Der Monte Lema und Umgebeung hat unzählige geile Trails. Dort kann man sich gut 2 Tage verweilen mit dem Trailsurfen. Eine Bergübernachtung muss ich auch unbedingt einmal machen. Super Nachtaufnahme von der Skyline. Bravo.

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