der siebte Churfirst

Die ersten Frühlingstage sind vorbei und der Winter zeigt sich nochmals von seiner weissen und kalten Seite. Ich sehne mich zwar nach dem Frühling, trotzdem kommt dieses winterliche Gastspiel nicht ungelegen. Felix und ich haben mit dem Winter noch eine Rechnung offen. Eine Schneeschuhtour auf den Selun.

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Wer kennt sie nicht, die sieben Churfirsten? Chäserrugg, Hinderrugg, Schibenstoll, Zuestoll, Brisi, Frümsel und Selun. Von der Toggenburger Seite sind alle begehbar (im Sommer zu Fuss), von der Walensee Seite ragen sie als fast senkrechte Felswände in den Himmel.
Der Erste ist mit Skiliften erschlossen, der Letzte ist ein klassischer Skitourenberg. Genau diesen letzten Churfirst, den Selun, besteigen wir heute.

Wir stellen das Auto beim kleinen Seilbähnchen bei Schwarzenbach im Toggenburg ab. Dieses offene Bähnchen ist nur im Sommer in Betrieb. Also erklimmen wir die ersten 670 Höhenmeter bis zur Bergstation zu Fuss. Vor uns liegt eine wunderschöne Hochebene und das Ziel ist bereits vor Augen.

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Der Weg bis zum Fuss des Berges über die Ebene steigt leicht an. Die letzten Tannen lassen wir hinter uns. Dann kommt der Aufstieg. Der erste Teil ist recht steil. Dann flacht der Berg etwas ab. Schnee hat es auf dem Bergrücken nicht sehr viel. Vor allem ist er harstig. Dadurch bieten unsere Schneeschuhe sehr guten Halt was den Aufstieg sehr erleichtert. Der Schluss ist nochmals sehr steil.
Der Gipfel ist 2205 m.ü.M. Das bedeutet einen Gesamtaufstieg von Starkenbach aus von 1300 Höhenmetern. Dies an einem Stück.

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Ein Blick zurück zeigt unsere Spuren und im Hintergrund den Säntis.

Das Panorama ist beim Aufsieg immer dasselbe. Dann die letzten Meter und schliesslich der letzte Schritt auf den Gipfel. Wow!!! Auf einen Schlag ändert die Perspektive. Dieses Gefühl ist einfach unglaublich und überwältigend. Umso mehr weil vor uns gähnende Leere erscheint. Hunderte von Metern fällt die fast senkrecht Felswand bis zum Walensee ab. Leider verdecken ein paar Nebelwolken teilweise die Sicht zum See.

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Wir erblicken beim Nachbarspitz auf der extem steilen Südseite junge Steinböcke. Unglaublich wie diese sich in den Feldswänden bewegen können.

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Der letzte Blick zurück.

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Für den Abstieg suchen wir uns eine Stelle wo der Schnee nicht so harstig ist. Wir möchten ja nicht alles wieder runterlaufen, sondern etwas Schneeschuhsurfen.

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Noch und noch sucht sich Felix die steilsten Hänge aus. Zuerst den Selun runter, dann zwischen Tannen hindurch zurück nach Starkenbach. So ein Gaudi hatten wir schon lange nicht mehr. Zudem staunten wir nicht schlecht wie schnell man beim Schneeschuhsurfen unterwegs sein kann.
Beim Schneeschuhsurfen braucht es lockeren Schnee und steile Hänge. Dann haben die Krallen keine Möglichkeit mehr sich im Schnee festzuklammern. Man surft somit auf dem Schnee den Hang hinunter. Das Ganze ist aber nicht so einfach wie es tönt. Mit Bodenkontakt muss schon auch mal gerechnet werden.

Distanz: 10.0 km
Höhenmeter steigend: 1’400 Hm
Laufzeit: ca. 4:00 h

 

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