Chasseral

Die Sommerferien sind überstrahlt mit viel Sonnenschein. Das war in früheren Jahren teils ganz anders. Wieso also in die Ferne schweifen?
Ich verbringe mit der Familie eine Woche am Neuenburgersee auf einem Camping. Mit dabei ist auch das Bike. Eine Tagestour muss drin liegen. Sowieso, wenn der Chasseral in Sichtweite liegt.

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Der Camping liegt am Ende vom Neuenburgersee, gegen den Bielersee. Daher ist die Anfahrt zum Berg nicht sehr lange. Beim Aufstieg folge ich der Asphaltstrasse. Auch andere Biker und Rennradfahrer möchten den Chasseral bezwingen. Kaum bin ich aus dem Wald, überholt mich ein Biker im flotten Tempo. So so, denke ich mir. Auf dem GPS habe ich bereits eine Abkürzung entdeckt. Ein Blick nach rechst und der Fall ist klar. Dieser Wiesenweg ist zwar einiges steiler als die Strasse, dafür direkt. Und schliesslich bin ich ein Biker und froh, den Asphalt verlassen zu können. Oben beim Restaurant kommt dieser Biker einiges nach mir an. Yeh, gewonnen 😉

Die Aussicht von hier oben ist überwältigend. Gegen Süden überblickt man den Neuenburgersee, Bielersee und Murtensee, sowie die Alpen. Gegen Norden zieren einige Windräder die Jurahügel.

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Ich mache zwischen Restaurant und Sendemast meine Mittagspause. Danach geht es endlich in den Trail. Mein Ziel ist der Gratweg Richtung Biel.
Einige Leute tummeln sich hier oben. Kein Wunder, führt doch eine Strasse hoch. Nach dem Sendemast sieht es dann ganz anders aus. Je weiter ich mich vom Chasseral entferne, umso einsamer wird die Gegend.
Die ersten Meter sind herrlich. Die Jurasteine fordern etwas Biketechnik. Eine Wanderin meint nach meinem Grüezi bemitleidend „viel Spass“. Wahrscheinlich hat sie das anders gemeint als ich. Ich hatte nähmlich grossen Spass.
Schon bald überwiegen die Wiesen und verleiten um es ordentlich krachen zu lassen.

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Der Trail wechselt zwischendurch in eine Kiesstrasse.

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Dann wieder ein Stück Trail. Immer geht es auf und ab. Das Zwischenstück finde ich dann jedoch eher enttäuschend. Es zieht sich fast endlos in die Länge ohne irgend einen Höhepunkt. War es das bereits?

Nein, links biegt mein Track in den Trail ab. Ich verschlinge das schnelle Stück wie ein hungriger Löwe. Zumindest bis ich vor dem Abgrund stehe. Wow, der Tiefblick ist super und der Trail daneben ebenso. Wie aus dem Nichts zeigt mir das Gelände die Zähne. Serpetinen, Absätze und Steintreppen fordern wieder einiges ab. Genial.

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Der Trail spuckt mich plötzlich in einer Autostrasse aus. Ein krasser Gegensatz.
Bis Biel muss ich das Strassentunnel durchqueren. Zurück zum Camping entscheide ich mich für den offiziellen Radweg dem Bielersee entlang. Die Rückfahrt wird immer länger. Schlussendlich sind einige Kilometer zusammen gekommen die meine Beine leergesaugt haben. Da hilft nur ein erfrischendes Bad im See 🙂

Distanz: 73.0 km
Fahrzeit: 4:59 h
Höhenmeter: 1’619 hm
Bike: Liteville 301 Mk8

 

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