Iffigsee

Nach dem gestrigen Trüttlisbergpass mit Hanny, ziehe ich heute alleine meine Runde.
Die Bahn lasse ich wieder unbenutzt und strample mit Muskelkraft den Berg hinauf. Wäre ja schade, wenn ich am Abend unterfordert vor meinem Büssli sitzen würde 🤣

Vor dem Gryden zweigt meine Route links ab. Über und entlang von Kuhweiden führt der Pfad meist flach und fahrbar ins kleine Seitental. Die Wolken ziehen auf. Wie oft in den Bergen, geht das sehr schnell. Der Wetterbericht hat für heute Gewitterregen angesagt. In der Hoffnung, dass ich trocken über die Runden komme, stehe ich auf dem unscheinbaren Pass. Ab hier muss das Bike auf die Schultern. Soll ich es wagen? Hält das Wetter? Ein letztes Mal checke ich den Regenradar.

Ich packe es. Im Eilschritt summieren sich die Höhenmeter. Schon bald kommt die Schlüsselstelle. Einige Meter sind auf einem schräg abfallenden, schmalen Felsband zu bewältigen. Auf der Aussenseite geht es senkrecht in die Tiefe. Ui nei. Das ist genau nicht mein Ding. Ich ärgere mich wieder mal über mich selber. Bin ich doch ein wahrer Schisshaase. Meine fehlende Schwindelfreiheit wird fast zum Verhängnis.
Wenn ich da durch bin, gibt es auch mit Wetterumbruch kein Zurück mehr. Abwärts durch diese Stelle bringt man mich nicht. Geschafft, die rutschigen, nassen Felsen hinter mir. Es folgen bis zum Pass sogar ein paar fahrbare Meter.

Herrlich, ein tolles Plätzchen. Der blaue Bergsee weit unten entzückt mit seiner Farbe. Ab in die Abfahrt. Genial, ich bin schon im richtigen Modus, die Felsenpassage ist vergessen.
Am Bergsee angekommen, reissen sogar kurzzeitig die dunklen Wolken auf. Ein paar Sonnenstrahlen treffen auf den Boden, den See, auf mein Gesicht. Pause.

Die weitere Abfahrt ist super, gespickt mit Herausforderungen. Irgend wann folgt der breite Alpweg zur Iffigenalp. Ist der Downhill bereits hinter mir? Nein, ich biege in den Wanderweg ab, vorbei am tosenden Wasserfall. An schönen Wandertagen sollte dieser Abschnitt wegen dem zahlreichen Fussvolk gemieden werden. Für mich heute kein Problem. Ich treffe kaum auf Zweibeiner.
Ein Trailabschnitt nach dem Anderen. Hier rutschige Wurzeln, da eine Treppe, dann Flow. Der Trail ist richtig cool und beinhaltet alles, was meinen Spieltrieb weckt und mich jünger werden lässt.

Das war eine super Tour, die ich empfehlen kann. So sitze ich zufrieden beim Büssli, bevor der Regen zum Glück etwas verspätet in Lenk eintrifft.
Die nächsten Tage sind regnerisch. Somit geht es morgen zurück nach Hause, kombiniert mit einem Besuch.
Bis zum nächsten Mal, in Lenk denk 😉

Distanz: 36.1 km
Höhenmeter: 1’443 hm
Bahnunterstützung: Keine
Bike: Liteville 301 Mk14

3 Gedanken zu „Iffigsee“

  1. Sehr schön der Iffigsee 8) bin da ja auf meiner Oberland-Bernois-Valais tour auch vorbeigekommen. Was ich mich schon länger frage, ob es sich wohl lohnt das bike auf das Iffihgore zu tragen und dann über den Hoberg abzufahren?

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