Touristenberg auf 7000 feet

Der Seecamping von Sarnen ist völlig überfüllt. Da bleibt meinem schwarzen Büssli nur ein provisorischer Tagesplatz. Der schöne See und das Freibad zieht Familien in Scharen an, spontan ist ein Plätzchen kaum zu ergattern.
Egal, ich kann trotzdem übernachten, und schliesslich komme ich ja wegen zwei Biketouren mit zwei tollen Freunden.

Kurt und Alexander treffe ich am Bahnhof. Heute mischen wir uns unter die Touristen. Anstelle in der Masse unter zu gehen, fallen wir trotzdem aus der Reihe. Das liegt auf der Hand, erklimmt man diesen Berg mit dem Bike.

Alles beginnt jedoch abseits von Touristen. Ein Flachstück führt zum langen Aufstieg. Der grosse Teil ist auf breiten Strassen und Wegen gut fahrbar, auch wenn teils richtige Rampen zu bezwingen sind. Endlich kommt das Ziel ins Blickfeld. Bei dieser letzten Alp endet der fahrbare Teil. Für die restlichen Höhenmeter ist schieben und tragen angesagt.
Wow, was für ein Berg, was für ein Weg, was für eine steile Bahn. Die Zahnradbahn auf den Pilatus ist die steilste der Welt und weist eine maximale Steigung von 48% auf. Ebenso eindrücklich ist deren Verlauf. Das Trasse ist im obersten Stück kühn in den Felsen gehauen.

Cool, wir sind auf einer Höhe von 7’000 feet, mitten in der Menschenmasse. Ich kann die Touristen gut verstehen, dieser Berg ist ein Erlebnis. Sogar die Gebäude gefallen mir. Das prächtige Hotel Kulm aus Sichtbacksteinen wurde im Jahre 1890 an dieser aussergewöhnlichen Lage erbaut. In neuerer Zeit kam ein moderner, aus meiner Sicht sehr gut gelungener Neubau als purer Kontrast zum stilvollen Altbau dazu.

Wir geniessen den Berg, die vorüberziehenden Wolken, die Mittagspause, das touristische Feeling. Sogar der Esel wird bestiegen. Esel? Ja, der herausragende Felszahn besitzt diesen Namen, wieso auch immer.

Unsere zweirädrigen Begleiter warten ganz brav unten auf der Wiese. Jetzt schlägt ihre Stunde. Ab in die Abfahrt.

Da hat sich jeder Höhenmeter gelohnt, zumindest für uns Technikfreaks. Die Abfahrt ist von oben bis unten sehr technisch, verblockt und wirklich nur versierten Bikern zu empfehlen. Wer steiniges und grobes Terrain liebt, kommt voll auf die Kosten. Langweilig wird es auf der Abfahrt nie. Der Trailcharakter wechselt oft. Mal gröber verblockt, dann einige Meter sanft flowig, Stufen, Absätze, viel Schotter, wieder erdige Abschnitte, einige Spitzkehren …

Herrlich, alles fahrbar, richtig NoFlow 😍
Ab in die Gartenwirtschaft auf ein kühles Bier. Ein Zweites folgt, dann auch noch eine leckere Pizza. Richtig spontan mit viel Zeit und Musse endet unsere Biketour.
Zurück auf dem Camping, springen Kurt und ich in den See und geniessen den wunderschönen Abend.
Danke euch beiden für die Begleitung und Alexander für das 1a Guiding 👍

Distanz: 37.7 km
Höhenmeter: 1’675 hm (ca. 400 hm schieben/tragen)
Bahnunterstützung: Keine
Bike: Liteville 301 Mk14

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