Vilan

Ich aktiviere wieder mal meine beiden Kollegen Rolf und Kurt. Wenn 2000 hm auf dem Programm stehen, schwindet die Auswahl an möglichen Kandidaten. Der einzige Nachteil mit den beiden auf Tour ist, dass ich aufwärts meist ziemlich in den Lenker beissen muss.

Mit ihren Rennmaschinen legen sie ein gutes Tempo vor. Die Alpstrasse steigt recht steil an. Es ist einer dieser Aufstiege, die ich nicht besonders liebe. Ich schätze eher flachere Uphills. Über Untersäss, Mittelsäss gelangen wir nach Obersäss. Kurz davor zweigt der Wanderweg ab. Hier beginnt die Schiebe-/Tragestrecke bis zum Gipfel. Wir sind nicht alleine unterwegs. Ein paar Wanderer kommen uns bereits vom Berg entgegen. Alle fragen verwundert, wo wir runter fahren oder laufen wollen. Oft können sich die Leute nicht vorstellen, was mit einem Bike so machbar ist. Aber die Bewunderung über unser Vorhaben haben wir auf sicher. Eine Frau meint mit viel Humor, wir sollten noch ein paar dieser wunderschönen Arnikablumen mitnehmen. Sie helfen für alle Wunden und Verletzungen 😂

Ziel erreicht. Hier oben gibt es sogar einen Bikeständer 😁 oder für was ist dieses Metallgestell gedacht?
Weisse Wolken ziehen über den Gipfel und verdecken oft ein Teil der Aussicht über das Churer Rheintal. Dennoch ist der Gipfelplatz mit Sitzbank wunderbar, ideal für unsere verdiente Mittagspause.

Der oberste Teil der Abfahrt konnten wir bereits überblicken. Er sieht verlockend, aber auch nicht ganz flowig aus.
Über den Grat geht es ordentlich abwärts. Eine Stelle ist so verblockt, dass wir den Fussmarsch vorziehen. Nach diesen paar Schritten geht es weiter, immer schön fahrend. Nach der Lawinenverbauung ist der Abzweiger fast nicht zu sehen. Der Kuhpfad führt zu ein paar schönen Alphütten.
Endlich geht es nach der Querung wieder abwärts. Der Trail ist super und fordert unsere Fahrkünste. Wir treffen öfters auf die Alpstrasse, folgen ihr teilweise, biegen aber wieder in den Wanderweg ein.

Zum Einstieg in den Fadärastein hauen wir unseren Puls nochmals an den Anschlag. Über einige Wurzeln führt der Pfad aufwärts.
Ich bin gespannt auf den kommenden Abschnitt, habe ich doch schon einige Bilder vom Fadärastein gesehen. Wow, der Beginn glänzt gleich mit einem super Trail durch die Felsen. Von hier stammen wohl fast alle Bilder. Dieses Wow ist schnell vorbei. Der Trail wird zur Flowautobahn. Wir düsen Richtung Tal. Es hat so auch gepasst, habe mir von der Abfahrt jedoch ein viel felsigeres Bild gemacht.

Die Besteigung vom Vilan kann sehr gut in eine Tour integriert werden. Die Runde fordert Kondition und Fahrtechnik, macht aber viel Spass.
Das war wieder ein super Biketag mit Rolf und Kurt. Danke euch fürs Mitkommen.

Distanz: 31.5 km
Höhenmeter: 1’935 hm (ca. 260 m schieben/tragen)
Bahnunterstützung: keine
Höchster Punkt: Vilan, 2’376 m
Bike: Liteville 301 Mk14

2 Gedanken zu „Vilan“

  1. Roger, der Veloständer ist eigentlich ein Skiständer, da der Vilan im Winter sehr oft mit Tourenskiern bestiegen wird. Ist aber nicht ganz ungefährlich. Die Schneesituation muss gut sein, sonst kommt der Tourengeher im Leichensack nach Hause. Vor nicht wenigen Jahren kam eine Vierergruppe unter eine Lawine und alle verstarben unter ihr. Das so nebenbei.

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    • Danke Sigi für die klärenden Worte. Aber auch so etwas aussergewöhnlich, dass ein Ständer auf dem Gipfel steht. Wenn ich aber deine Worte lese, so benutze ich diesen doch lieber im Sommer als Bikeständer 🙂

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