Fatbiken im weissen Zermatt

Mein Büssli darf in Täsch auf mich warten. Die letzten Meter ins autofreie Zermatt (ausser den Elektromobilen) müssen mit dem Zug absolviert werden. Dort treffe ich auf Sven. Wir besuchen unseren Freund Beat von Ski+Bike Zermatt.
Klar, Winter und Zermatt bedeutet Skifahren. Nicht für uns. Wir beweisen, dass das Horu-Dorf noch mehr zu bieten hat.

Bereits steht der Elektroshuttle vom Matterhorn-Focus Hotel für uns beim Bahnhof bereit. Nach der kurzen Fahrt durch das Dorf taucht man in den Stollen und gelangt via Lift ins Hotel. Ein paar Minuten später sitzen wir mit einem Zermatter Bier als Begrüssungsdrink in der gemütlichen Hotel-Lounge.
Mit viel Gesprächsstoff in der Lounge und dem Wellnessbereich mit dem warmen Aussenpool, starten wir relaxed in unsere Schneetage. So schön kann das Leben sein.

Nightride

Die Sonne ist bereits hinter den Bergen verschwunden. Zeit für uns, die vielen Kleiderschichten zu montieren. Es wird mit -11 Grad bitterkalt. Beat erwartet uns bereits mit den richtig fetten Bikes. Mit dieser Bereifung wird uns nichts aufhalten können. Die Lampen erhellen die dunkle Nacht und lassen den Schnee glitzern. Wir pedalen über breite, schmale, steile und flache Wege und überqueren das grosse Viadukt der Gornergratbahn Richtung Furi. Als eingefleischte Biker kommen wir natürlich gut voran. Das wird für eine Downhill-Zusatzschlaufe über den Moostrail genutzt. Wir sind auf Betriebstemperatur und spüren die Kälte kaum. Einzig der knurrende Magen möchte einen Stopp einlegen.

Zermatt hat neben Skifahren vor allem auch sehr viele tolle Restaurants und Bars zu bieten. Eines davon ist das Gitz-Gädi auf der Furi. Hier ist alles mit sehr viel Liebe und raffinierten Details geschmückt. Der ideale Ort für ein Fondue. Dazu wählen wir einen edlen Walliser Tropfen aus dem höchsten Weinberg von Europa, den Heida.
Der Abschluss bildet der offerierte „Absacker“. Etwas innere Wärme schadet für unsere frostige Abfahrt sicher nicht 😁

Die Scheinwerfer strahlen auf der Maximalstufe, die breiten Stollenreifen knirrschen im Schnee und in uns wird der Spieltrieb wach. Die drei Junggebliebenen düsen Richtung Tal. Beat wählt für uns die besten Trails. So durchqueren wir Zmutt mit der schmucken Kapelle. Die vielen Lichter von Zermatt weisen den Weg. Jetzt noch ein schmaler Spasstrail bevor der schnelle Zielschuss bis vor die Tore vom Dorf führt.

Das war richtig cool. Der Nightride bietet eine gute Portion Abenteuer und die Scheinwerfer zaubern eine ganz spezielle Stimmung in die Winterlandschaft. Jetzt verstehen wir, wieso Beat immer so von seinem Angebot geschwärmt hat. Wer also in Zermatt weilt, dem kann ich eine nächtliche Fatbike-Tour nur empfehlen. Einfach bei Fatbike Zermatt melden 😉 … und einen Gruss von mir ausrichten.

In der Bar55 gibt es das verdiente Abschlussbierchen. Bei einem Glas ist es jedoch nicht geblieben. Wie es so ist, man trifft interessante Menschen, plaudert über Bikeabenteuer und stellt fest, dass man nicht der einzige Verrückte ist. Und man kennt sogar noch dieselben Leute. Wie klein die Schweiz doch ist.
Ups, 2 Uhr. Heute schwingen wir uns wieder auf die Fatbikes. Höchste Zeit, den Weg ins Hotel zu suchen.

Und weil es so schön war, hier ein ganz kurzes Video … Danke Beat für die beiden Filmsequenzen.

Dayride

Das tolle Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen. Gut lassen wir es heute locker angehen und können den Hotelmorgen in vollen Zügen geniessen.
Die Sonne beleuchtet bereits die Spitze vom Zermatter Wahrzeichen, dem Matterhorn. Es präsentiert sich auch heute wolkenfrei, von seiner schönsten Seite. Herrlich, der Berg hat einfach etwas magisches.

Beat hat heute frei und verführt uns nochmals mit den Fatbikes in die weisse Landschaft. Das Furi lassen wir links liegen und pedalen weiter, immer schön aufwärts. Vorbei geht es am Stausee bis zum Restaurant Stafelalp, am Fusse vom Horu. Die verwunderten Blicke der Fussgänger und Skifahrer haben wir auf sicher.

Nach der Stärkung geht es zu den Gletscherseen. Meine Finger und Zehen sind kurz vor dem Gefrierstadium. Hier hinten sind die Sonnenstunden zu dieser Jahreszeit sehr spärlich. Dafür ist die Winterlandschaft umso märchenhafter.

Jetzt geht es nur noch abwärts. Richtung Furi düsen wir auf der schneebedeckten Strasse runter. Die Kälte ist schnell vergessen. Der Spass und die Freude wärmen alle Ecken und Enden vom Körper.
Beat biegt ab, ab in den Trail. Was jetzt folgt kann kaum mehr in Worte gefasst werden. Das winterliche Trailfeeling bringt uns in den siebten Bikerhimmel. Durch Spitzkehren den Wald hinunter vernichten wir die Höhenmeter, gefolgt von viel Flow. Wir passieren Zum See und Blatten, zwei sehr schmucke Weiler. Über die letzen Schneetreppen holpert es dem Hennu-Stall entgegen. Dieser Hühnerstall ist das Mekka vom Après-Ski … oder eben Après-Bike 🍻

Eine kleine Zusatzschlaufe darf es sein. Schliesslich brauchen wir noch ein Foto von unserem Guide mit Horu im Hintergrund 😁

Drumherum

Die beiden fetten Biketage waren ein riesen Spass. Abgerundet hat das verlängerte Weekend unter anderem auch unsere Wohlfühloase, das Hotel Matterhorn-Focus. Das Design-Hotel ist sehr stilvoll eingerichtet, bietet moderne und grosszügige Architektur, und lässt mit den wunderschönen Zimmern und dem Wellnessbereich keine Wünsche offen.

Einen lieben Dank an das ganze Hotel-Team. Ich habe es sehr genossen und kann euch wärmstens empfehlen 👌
Danke auch dir Beat, dass wir in die Welt vom Fatbike eintauchen durften. Wir sehen uns wieder … natürlich auf zwei Räder 🚴‍♂️

Klar, als Architekt liebe ich solche Häuser und Räume. Aber ich liebe auch den weltbekannten Zermatter Hausberg 😍. Ein Besuch in Zermatt ist immer wieder schön. Es wird für mich nicht das letzte Mal gewesen sein. Da gibt es noch ein paar andere Hausberge, die im Sommer von mir bezwungen werden müssen 😇

2 Gedanken zu „Fatbiken im weissen Zermatt“

  1. No fear of the dark, es war soo fääät, biken ganz anders als wir es kennen, bitterkalt und heisse action zugleich, zwei rundum gelungene tage mit viel spass auf den bikes und daneben 8)

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