Piz Clünas

Diese Saison habe ich bereits viele Pässe überschritten oder überfahren. Egal ob man sie Col oder Fuorcla nennt, heute ist genug, heute wird ge-Piz-t 😁
Nichts geht über die tolle Rundumsicht, das Gefühl ganz oben zu stehen …

Den Tag gehe ich gemütlich an. Man könnte auch sagen, dass ich die Auslastung der Gondelbahn massiv steigere.
Auf Motta Naluns folgt der unschöne Pflichtteil durch das Skigebiet, bis zum Speichersee. Eine schöne Zaunüberfahrt für Biker katapultiert mich ins Trailparadies. Die Wege sind für die Biker total flowig ausgebaggert. Auch Scuol möchte sich ein kleines Stück vom Bikerkuchen abschneiden.

Bei der Alp Clünas stehe ich vor dem Wegweiser. Das Bike kommt auf die Schultern. Spitzkehre um Spitzkehre gewinne ich an Höhe. Mir wird jetzt schon klar, den Piz besuche ich wieder, dann jedoch mit der Abfahrt hier runter.

Der Piz Clünas ist 2’791 Meter hoch. Der Gipfel ist wie ein kleiner Grat. Vorne hat man eine tolle Sicht über das Unterengadin, hinten auf den Lai da Minschun.
Die Wolken verdecken den blauen Himmel immer mehr und der kühle Wind bläst um meine Ohren. Die Pause fällt daher umso kürzer aus.

Kurz zwei Selbstauslöserfotos, dann geht es in die Abfahrt. Der Start ist ein Felsabsatz, der zu Fuss bewälltigt werden muss. Es folgt ein steiler Schotterhang bis zum See, danach ein Alpwiesentrail. Zum Einwärmen hat es gepasst. Aber wie schon vermutet, das nächste Mal muss die frontseitige Abfahrt herhalten. Diese fordert einiges mehr Fahrtechnikkünste.

Ich erreiche wieder den Flowtrail, welcher für die Biker präpariert wurde. Der Trail stellt keine Herausforderungen und ist für jedermann-/frau tauglich. Immerhin ist es noch ein Trail und keine breite Bikeparkpiste.
Ich geniesse den Speed bis zur Alp Laret. Trotz fehlendem Sonnenschein ist hier etwas Betrieb. Das scheint ein beleibter Treffpunkt für Wanderer, Biker und Ausflügler zu sein.

Mich zieht es weiter. Der Trail ins Val Tasna ist sehr schön. Kurz vor der Alp Valmala sticht der Trail steil runter. Ich treffe auf Trailbauer. Sie möchten diese Passage entschärfen und verbessern. Somit wird auch diese Schlaufe ins Tal für Normalbiker gut machbar sein.
Die Fahrt talauswärts führt wieder über diverse Weiden und glänzt hauptsächlich mit Speedpassagen.

Nach den vielen Trails rollen die Reifen über den Asphalt nach Ftan. Ich möchte nochmals in die Höhe, eine weitere Trailabfahrt geniessen. Wären da nur nicht diese Höhenmeter, die ich bereits auf der Tour über den Fuorcla Champatsch absolviert habe. Beim Sessellift ist der Entscheid schnell gefällt, das Portemonnaie um ein paar Franken leichter.

Flurina ist die kleine Schwester vom Schellen-Ursli und bekannt aus den berühmten Kinderbüchern. Entlang der Stationen auf dem Flurinaweg passiere ich das zweite mal Motta Naluns. Schon wieder Skigebietfeeling. Spätestens nach der langen Holzbrücke ist Schluss damit. Ich folge der Falllinie durch das Val Clozza. Oben über Kuhweiden, unten entlang dem Tobelweg.
Schlussendlich spukt mich der Trail am Dorfrand aus. Das war wieder eine coole Abfahrt und ein super Tourabschluss.

Die Tage im Unterengadin waren super. Ich komme sicher wieder mal in diese Gegend. Jetzt geht meine Reise jedoch weiter ins Münstertal …

Distanz: 33.0 km
Höhenmeter: 1’065 hm
Downhillmeter: 2’331 dm
Bike: Liteville 301 Mk14

7 Gedanken zu „Piz Clünas“

  1. Da hast du von der Alp Laret aus def. die besseren trails erwischt als ich, wobei dies in meiner damaligen verfassung wohl so auch besser war, aber das ist ne andere geschichte *g*
    Val Tasna und Cluozza muss ich unbedingt bei meinem nächsten besuch in Scuol in die tourenplanung einbauen. Es hätte da auch noch einen anderen gipfel, dessen abfahrt wohl um einiges interessanter als die südabfahrt vom Piz Clünas wäre, das schreit förmlich nach einem gemeinsamen abstecher uns Unterengadin 😉

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  2. Etwa einen Monat nach dir hab ich mein Bike auf der anderen Seite des Sees hochgetragen. Allerdings war dann oben nach einer kurzen exponierten Felspassage fertig wegen Eis und Schnee – vielleicht nächste Saison mal!? Dann kann man auf dem Weg nach unten noch die Südseite vom Clünas anhängen 🙂

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  3. Das tönt sehr spannend! Bin auch hier wieder dankbare Abnehmerin von GPX. Ich finde es auch sehr schade, dass immer mehr Trails einer Piste weichen müssen damit alle runter donnern können. Die Kehrseite davon ist aber auch nicht zu verachten: Wer in Bikeparks fährt kommt mir auf den tollen Trails nicht in die Quere! 🙂
    Und das Bike tragen wollen sowieso nur die wenigsten das kommt uns auch sehr entgegen. Die meisten Wanderwege mit Tragestrecken sind auch nicht E-Bike tauglich somit haben wir auch diese fast für uns alleine. Adolf Ogi würde sagen: Freude herrscht 🙂
    Ich jedenfalls geniesse die Einsamkeit in den Bergen sehr. Lg Erika

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