Fuorcla Champatsch

Die Gondelbahn würde mir einige Höhenmeter ersparen. Trotzdem bleibt sie ungenutzt. Schliesslich ist der Weg das Ziel. Und dieser Weg führt mich hinauf ins schöne Dorf Ftan, immer mit Blick auf das Schloss Tarasp.

Auf einer Kiesstrasse gelangt man weiter nach Motta Naluns und hinauf ins Skigebiet von Scuol. Der Aufstieg ist im ersten Teil sehr angenehm. Im Skigebiet ändert sich das. Immer wieder überraschen die sehr steilen Rampen. Ich wähle die Strecke über Mot da Ri, da hier eine Strasse hinauf führt. Diese Skigebiet-Zubringerstrasse ist jedoch wieder so steil, dass ich einige Meter zu Fuss absolviere. Und eine Schönheit sind diese Skigebiete sowieso nicht. Auch die gebauten Station sind einfach nur scheusslich. Etwas innovative Architektur würde diesen sehr gut tun.

Die Schlaufe über Mot da Ri würde ich ein nächstes Mal auslassen und direkt in den Talkessel vordringen. Beim hintersten Skilift ist es dann endgültig fertig mit fahren. Der Wanderweg steigt zum bereits sichtbaren Fuorcla.
Die Landschaft wird immer schöner. Der Unterschied zwischen echter Natur und Skigebiet ist klar sichtbar. Die Steinfelder zeigen sich in verschiedenen Farben, von grau bis rot, gespickt mit grünen, bewachsenen Flächen.

Auf 2’729 Metern erreiche ich den Fuorcla Champatsch.

Der Blick ins nächste Tal, dem Val Laver, ist herrlich. Auch hier präsentiert sich ein super Farbenspiel.
Die Abfahrt ist ebenso genial. Durch die Steinwüsten schlängelt sich der Pfad abwärts und erfreut mein Trailherz. Aus den Steinen wird Gras, womit der Grip vom Stollenreifen steigt. Ich liebe diese Abwechslung.
Kurz vor der Alp Pra S Flurin endet mein Trail auf der durchlöcherten Kuhweide. Kein Weg ist mehr sichtbar, kein Wanderwegzeichen. Habe ich da etwas verpasst?

Bei der Alp gelange ich auf die Kiesstrasse. Die nächsten Kilometer wird sie mich begleiten. Schade gibt es hier keinen besseren Weg. Nach meinem Geschmack oder meinen hohen Ansprüchen etwas viel Strasse.
Ich nehme noch ein paar wenige Höhenmeter zur Alp Patschai auf mich, um wenigstens den schmalen Weg nach Zuort zu geniessen. Dieses historische und sehr gut erhaltene Gehöft mit Gaststätte ist wunderschön. Ein paar Minuten Auszeit auf der Terrasse, umgeben von Stille, gönne ich mir.

Nach Zuort sind es nur ein paar Meter auf der Strasse, bis der Wegweiser den Einstieg in den Trail anzeigt. Der Pfad scheint vor ein paar Jahren erneuert worden zu sein. So führen zwei Hängebrücken über den wilden Bergbach.
Ich staune nicht schlecht, als vor mir ein riesiges Hotel in die Höhe ragt. Das Hotel Val Sinestra steht hier völlig abgelegen im engen Tal. Es wurde ursprünglich als Bad- und Kurhotel erbaut, heute im Besitze von Niederländern und immer noch als Hotel und Restaurant in Betrieb.

Für mich geht der Trail weiter. Oben gab es immer wieder Uphillpassagen und Stellen, wo das Bike über Steine und Wurzeln gehoben werden musste. Unten dominiert sehr viel Flow, bis ich schliesslich in Ramosch lande.
Ab hier führt die Veloroute zurück nach Scuol.

Die Tour über den Fuorcla Champatsch ist schön und sicher lohnenswert, aber kein Saisonhighlight. Der Pass mit seinen farbigen Steinen, der erste Trailabschnitt im einsamen Val Laver, Zuort und der Schluchtenweg entschädigen für die unschönen Spuren vom Wintersport.

Distanz: 46.7 km
Höhenmeter: 1’929 hm
Bike: Liteville 301 Mk14

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